Am 17. Juni 2025 setzte sich Dr. Alessandro Bellardito, Vorsitzender des Jugendschöffengerichts in Karlsruhe, mit der Frage auseinander „Wahrheit und Recht – Ist der Rechtsstaat machtlos gegen Hass und Hetze?“
Gleich Bellarditas erstes Beispiel für Hass und Hetze im Netz ging unter die Haut. Der Bezug: der Mord einer jungen Frau in Italien. Ein 64jähriger schrieb im Netz die Verantwortung für die Bluttat einer Politikerin zu und wünschte ihr, ihrer Tochter möge dasselbe zustoßen.
Die Anonymität des Internets beschrieb Bellardita “als Motor der Enthemmung“, als Aufhebung von Verantwortungs-Gefühl. Inzwischen könne systematische Hetze sogar als Dienstleistung auf der Grundlage künstlicher Intelligenz gekauft werden.
Bellardita warnte davor, gegen Hass und Hetze zu sehr auf Paragraphen und Gerichte zu setzen. Menschenwürdiger Umgang sei vor allem eine Frage gesellschaftlicher und persönlicher Entwicklung, der Entwicklung von Wert- und Verantwortungsbewusstsein, also gerade auch von Erziehung und Bildung.
