Geschichte
Das Forum wurde von der gemeinnützigen Bürgerstiftung Unkel „Willy-Brandt-Forum“ gegründet. Als Grundstock wurde 2007 die Hauptfiliale Unkel der Sparkasse Neuwied auf die Stiftung übertragen. Weitere Stifter waren das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Unkel. Die Stiftung brachte dazu selbst Spenden in beträchtlicher Höhe auf.
Gründungsvorsitzender der Bürgerstiftung Unkel „Willy-Brandt-Forum“ war Thomas W. Ottersbach (2007 bis 2011). Ihm folgten als Stiftungsvorsitzende 2011 Klaus-Henning Rosen, Willy Brandts ehemaliger Büroleiter, 2014 Christoph Charlier, 2022 Dr. Hanns Bölefahr. Stellvertretende Vorstandsvorsitzende waren Rudolf Barth (2007 bis 2018), Dr. Wolfgang von Keitz (2018 bis 2022) sowie Wolfgang Reeder (2022-2025). Die Position des Geschäftsführers bekleidete von 2012 bis 2018 der Historiker Rudolf Rupperath. Zu den aktuellen Vorstandsmitgliedern siehe Über uns.
Der Bürgerstiftung steht ein Kuratorium mit acht Personen zur Seite. Mitglied dieses Gremiums ist auch Brandts Witwe Dr. Brigitte Seebacher. Vorsitzender ist der Unkeler Stadtbürgermeister. Zu Beginn war dies Gerhard Hausen, seit 2024 Alfons Mußhoff.
In den ersten Jahren wurde die Stiftung durch einen wissenschaftlichen Beirat beraten. Unter den fünf Mitgliedern waren Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, und Dr. Jürgen Reiche, Ausstellungsdirektor des Hauses der Geschichte, der das Museum ehrenamtlich kuratiert hat.
Die Gründungsaustellung
Die Ausstellung erinnert an den Politiker Willy Brandt, dokumentiert wesentliche Stationen seines politischen Werdegangs und gewährt Einblicke in das weniger bekannte Leben als Bürger der Stadt Unkel. Das Museum verfügt über aussagekräftige Objekte und Fotografien, originale Film- und Tondokumente sowie Texte. Zahlreiche interaktive Elemente bieten insbesondere Jugendlichen einen spielerisch-entdeckenden Zugang zur Person Willy Brandts und zum zeitgeschichtlichen Kontext.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das private Arbeitszimmer Willy Brandts aus seinem Wohnhaus in Unkel. Bücher, Erinnerungsstücke und persönliche Gegenstände spiegeln den Lebensstil des Politikers und machen sein Wirken greifbar. Weitere Ausstellungsbereiche thematisieren die Kanzlerschaft Willy Brandts von 1969 bis 1974, sein internationales Engagement als Präsident der Sozialistischen Internationale und Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission sowie die wichtigsten biographischen Stationen von seiner Kindheit und Jugend in Lübeck über die Jahre des erzwungenen Exils in Skandinavien bis hin zu seinen politischen Anfängen in Deutschland. Ein kleines Kino bietet ebenso wie Arbeitsstationen mit Internetzugang die Möglichkeit, sich vertiefend mit der Thematik zu beschäftigen. Im Untergeschoss des Ausstellungsgebäudes veranschaulichen Fotografien, Gemälde und Skulpturen künstlerische Sichtweisen auf die facettenreiche Persönlichkeit des Politikers und regen zu einer Auseinandersetzung mit dem „Mythos Willy Brandt“ an. Objekte, Fotografien und Interviews dokumentieren schließlich in einer Art Musée Sentimental Erinnerungen Unkeler Bürger an Willy Brandt.
Anlässlich der Eröffnung des Willy-Brandt-Forums am 20. März 2011 prägte der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez den Begriff „Weltdorf Unkel“. So gab er dem Forum bei seiner Ansprache mit auf den Weg:
"Den Vorsitzenden der Stiftung möchte ich aufrufen, alles zu tun, dass das Willy Brandt-Forum ein wirkliches Dialog-Forum wird. Dass es sich so entwickelt, wie Willy Brandt als Mann des Dialogs es gewollt hätte. Und dass von Unkel ein globaler Effekt ausgehe, dass Unkel ein wirkliches Weltdorf wird. Denn wir leben im Zeitalter des global village, des Weltdorfs."
Auf folgende Veranstaltungen der ersten Jahre sei hingewiesen:
