40 Jahre Nord-Süd-Kommission

Aus Anlass der vor 41 Jahren begonnenen Arbeit der Nord-Süd-Kommission lud die Bürgerstiftung Unkel in Kooperation mit der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung zum 7. November 2018 ein, um die Arbeit der Kommission zu würdigen und in den Kontext zu aktuellen Fragen stellen.

Als Anknüpfen an den Nord-Süd-Bericht von Willy Brandt habe sie ihre Politik als Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit von 1998 bis 2009 gesehen, sagte die lang amtierende Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit Heidemarie Wieczorek-Zeul. Freilich habe der bald darauf folgende Afghanistan-Krieg und das nicht eben große Interesse des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt an diesen Fragen, die Umsetzung der Vorschläge des Brandt-Reports nicht eben gefördert. Heute sei die Weltpolitik durch zunehmende globale Rechtlosigkeit, Gewalt und einen Verlust gemeinsamer Werte gekennzeichnet. Die damaligen Vorschläge zur Bekämpfung der Steuerflucht und zu einer Regulierung der Finanzmärkte seien immer noch aktuell.

Die Afrika-Expertin Ute Schaeffer wies auf die Selbstverantwortung hin, die die 54 Länder des Kontinents für ihre Entwicklung trügen. In ihrem Co-Referat schilderte sie vielversprechende Ansätze, aber auch einengende Restriktionen. Es komme entscheidend darauf an, dass die Initiative „Compact with Africa“, die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer jüngsten Afrika-Reise angekündigt hatte, mit Leben erfüllt werde. In der anschließenden, mit starker Beteiligung der Besucher geführten Diskussion erinnerte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Christoph Charlier, an die fundamentale Einsicht Willy Brandts: „Entwicklung im weiteren Sinne ist ein anderes Wort für Frieden.“